Verfasst von: kuekteil Am: Dezember 19, 2011
Naja, da es schon fast eine kleine Tradition geworden ist, sich die Twilight Filme im Kino anzusehen (und nach diesem ja zum Glück auch nur noch einer kommt), sind wir letztens in den Film gegangen. Umringt von vielen Weibern und dem ein oder anderen Kerl, der reingezwungen wurde.
Und da wir bei Twilight nun auch das Harry Potter Prinzip haben (ich teile einfach ein Buch, dann hab ich zwei Filme und mehr Geld) hier nun die Handlung:
Eigentlich könnte doch alles so schön sein. Bella und Edward haben endlich alle Widrigkeiten beseitigt, die Wölfe halten die Füße still und nach der Verlobung steht nun die große Hochzeit an. Und die wird auch ausgiebig gefeiert. Sogar Bellas Lieblingswolf Jacob lässt sich auf der Feier sehen, die mit dem Start in die Flitterwochen für Bella und Edward endet. Da kommt es dann zur Erfüllung von Bellas Träumen, weil Edward ganz traditioell die Hochzeitsnacht mit ihr begeht. Der bereut das allerdings, weil er vollkommen vernebelt von seinen Gefühlen Bella Verletzungen zugefügt hat. Und es kommt wie es kommen muss – die Nacht ist nicht ohne Folgen geblieben, denn Bella ist schwanger. Und das Kind steht vor allem auf eines: menschliches Blut und saugt Bella nach und nach von innen aus, sodass diese immer schwächer wird.
So, ich könnte noch zwei kurze Sätze anfügen, dann hab ich den gesamten Film zusammengefasst und ihr wüsstest Bescheid. Versteht man jetzt vielleicht, warum ich bis heute nicht verstehe, wozu man diesen Band als einzigen geteilt hat? Wo er für mich so ziemlich der inhaltsloseste ist? Aber egal, sie haben es nun einmal getan und der Film ist einfach nur mies. Und das sagt ich als jemand, der immer versucht etwas gutes zu finden und der auch die Bücher gelesen hat. Wobei ich auch hier schon nicht ein Fan des vierten Bandes war, weil ich den einfach nur sinnlos fand in dem Sinn, dass er für mich die Geschichte nur aufbläst und nicht weiterführt.
Aber zurück zum Film. Wirklich langgezogen werden die Vorbereitungen der Hochzeit bis zur eigentlichen Trauung. Zwischendurch ein bisschen Kuscheln mit dem Wolf, dann geht’s in die Flitterwochen und wir erleben eine Teenie-Action, wie sie im Buche steht. Bella rasiert sich dann vor dem Akt tatsächlich noch die Beine (ja, Ordnung muss sein). Bis zu diesem Zeitpunkt sieht man vor allem eines: Bella und Edward in Love. Knutschen, Knutschen, Knutschen. Also selbst einem Romantik-Liebhaber dürfte das zuviel des Guten sein, als den beiden stundenlang (entschuldigung, es es sind natürlich nur MINUTEN) dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig die Zungen in den Hals schieben.
Und dann könnte tatsächlich mal eine sehr romantische Szene dargestellt werden, wenn die beiden im Mondschein baden gehen und was ist? Nichts… Die stehen erst vor- und dann nebeneinander und beschauen sich den Mond… Von Stimmung keine Spur. Beim Akt danach dann übrigens auch nicht, außer dass man das Bedürfnis zu Lachen nicht im Zaum halten kann, wenn Edward das Bett beim “wilden” Treiben “zerstört”. Verdammt nochmal, selbst wenn ich darüber nachdenke muss ich schon wieder lachen! Zum einen ist Blümchensex für das was die da tun noch absolut milde ausgedrückt. Außer viel Zunge in Hals ist da nichts wirklich was zu sehen. Und das Zerstören des Bettes – nun ja… Hatte ich mir irgendwie überzeugender vorgestellt… Das schaffe ich auch mit ein bisschen Trampolinspringen. Der Lacher schlechthin waren dann ja auch die drei blauen Flecken, die Bella beim heißen Liebesspiel davongetragen hat und für die Edward sich am liebsten von der nächsten Klippe stürzen würde, wenn es etwas brächte. So Leid tut es ihm, dass er seine Bella schwer verletzt hat!
Die Wölfe waren auch wieder einmal das digitale Grauen. In Zeiten von Avatar und Transformers würde ich da schon etwas qualitativ hochwertigeres erwarten, dass ich den Wölfen ihre Emotionen auch abkaufen kann und nicht nur überlege, wie viel Polygone die zu wenig genutzt haben.
A propos Emotionen. Auch wenn Vampire vielleicht eine etwas eingeschränktere Mimik haben sollten – aber komplett fehlen sollte die dann vielleicht auch nicht. Die meisten der vampirischen Schauspieler taten aber vor allem eines: Starr in der Gegend herumzuschauen. Vielleicht werden mir die Charaktere Carlisle, Alice, Esme und Emmet auch deswegen immer sympathischer, weil die in ihre Rolle zumindest noch etwas Emotion legen. Bei den Wölfen war ich froh, dass zumindest Jacob noch eine richtige Mimik hatte. Dem hab ich als einzigen seine Emotionen auch nur annähernd abkaufen können. Der wechselte ja zum Glück auch mal, während die anderen meist auch nur einen einzigen Gesichtsausdruck draufhatten. Und von Bella will ich erst gar nicht anfangn.
Allein die Szene am Morgen “danach” hat mich so zum Lachen gebracht. Man stelle sich einfach eine Bella mit dem typischen Gesichtsausdruck vor. Kennen wir ja. Und dazu folgende Sätze. “Ich war bis eben so glücklich, hast du das nicht gemerkt? Und jetzt bin ich wütend.” Das man diese beiden – eigentlich recht unterschiedlichen Emotionen – noch herausfiltern kann, das liegt an der deutschen Synchronisation der Szene – nicht an ihrer Mimik, denn die bleibt in der ganzen Zeit gleich.
Und Bellas Verwandlung in einen Vampir… Ach lassen wir das… Glaub das war noch eine der wenigen spektakulären Szenen. Wobei Spektakulär auf der Richterskala immer noch nur eine eins bedeutet.
Daneben gab es tatsächlich nur noch eine Szene, die recht schön gemacht fand. Und das war die Prägung von Jacob. Zumindest technisch fand ich die schön umgesetzt.
Doch noch was positives in zwei Stunden Inhaltslosigkeit gefunden. Juchu!
Insgesamt ist es wohl der längste Prolog der Filmgeschichte, denn der eigentlich wichtige Teil kommt ja erst noch…
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